In der modernen Bildungslandschaft geht es längst nicht mehr nur darum, was Lernen im klassischen Sinne bedeutet. Lernen durch Engagement verbindet fachliches Lernen mit gesellschaftlicher Verantwortung und befähigt Schüler:innen zu essenziellen Fähigkeiten wie Kommunikation, Zusammenarbeit, kritischem Denken und Kreativität wird im 21. Jahrhundert immer wichtiger.
Lernen durch Engagement bietet dabei einen innovativen Ansatz, der zeigt, was es heißt, sich aktiv für die Gesellschaft zu engagieren und gleichzeitig schulische Bildung zu vertiefen. Diese Lehr- und Lernform ermöglicht es Schüler:innen, sich mit sozialen, ökologischen, politischen oder kulturellen Themen auseinanderzusetzen, die ihnen am Herzen liegen. Zudem ist dieser Ansatz für alle Schultypen und Altersstufen geeignet und stärkt nachweislich die demokratische Bildung sowie die persönliche Entwicklung der Schüler:innen.
In diesem Praxisguide erfahren Sie, wie Lernen durch Engagement funktioniert, welche Vorteile es bietet und wie Sie es erfolgreich an Ihrer Schule implementieren können.
Wie Schüler:innen von Lernen durch Engagement profitieren
Wenn junge Menschen durch Engagement lernen, profitieren sie auf vielfältigen Ebenen. Der Kern dieses pädagogischen Ansatzes liegt in der Förderung von Selbstwirksamkeit – Schüler:innen erleben unmittelbar, dass sie mit ihrem Handeln etwas bewirken können und nehmen sich als aktive Mitgestalter:innen der Gesellschaft wahr [1].
Besonders bemerkenswert ist, dass die Interessen, Meinungen und Vorerfahrungen der Lernenden ins Zentrum rücken. Sie entscheiden selbst über ihre Projekte und müssen gleichzeitig demokratische Prozesse aushalten, wenn die Mehrheit anders entscheidet [1]. Dadurch wird ihre Beteiligung an Entscheidungsprozessen gefördert und ihr Demokratieerleben gestärkt.
Service Learning unterstützt zudem die kognitive Entwicklung: Studien belegen, dass der Wissenszuwachs höher als im herkömmlichen Unterricht sein kann [2]. Die Schüler:innen entwickeln nachweislich bessere Problemlösungsfähigkeiten durch den realen Charakter der Projekte und verbessern ihre Leistungen in standardisierten Tests, wenn LdE-Projekte mit Fächern wie Mathematik oder Sprachunterricht verknüpft werden [3].
Lernen durch Engagement als Deeper Learning
Diese Lernform verkörpert perfekt das Konzept des „Deeper Learning“. Statt oberflächlicher Wissensvermittlung findet eine tiefe Auseinandersetzung mit Inhalten statt, die durch praktische Anwendung verankert werden. Schüler:innen wenden ihr Wissen direkt in der Praxis an, verstehen dadurch fachliche Inhalte tiefer und erkennen den Sinn hinter schulischem Lernen [4].
Die Verbindung von kognitivem Lernen mit sozialer Verantwortung und emotionalem Engagement macht diese Methode besonders wertvoll für die Persönlichkeitsentwicklung. Dabei geht es sowohl um Selbstwert und Selbstwirksamkeit als auch um die Förderung von Kooperations- und Konfliktfähigkeit [5].
Ein weiterer Vorteil: Auch Schüler:innen, die im regulären Unterricht nicht an der Klassenspitze stehen, können durch Engagement-Projekte Selbstwirksamkeit und Selbstbewusstsein aufbauen [1]. Die soziale Komponente fördert Team- und Kooperationsfähigkeiten, da die Jugendlichen typischerweise in Gruppen an zivilgesellschaftlichen Problemstellungen arbeiten [2].
Nicht zuletzt trägt diese Lernform dazu bei, dass junge Menschen aus ihren virtuellen Welten heraustreten und sich mit realen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen – ein entscheidender Aspekt für die Generationen Z und Alpha [2].
Transformation der Lernkultur durch Lernen durch Engagement
Lernen durch Engagement wandelt die traditionelle Schulkultur grundlegend um. Diese Lehr- und Lernform verbindet fachlichen Unterricht mit praktischem Einsatz für das Gemeinwohl und verändert dadurch, was Lernen bedeutet.
Warum sollten Schulen diese Methode ins Curriculum integrieren? Der Grund liegt auf der Hand: Untersuchungen zeigen, dass sich die Lernmotivation der Schüler:innen nachweislich erhöht und ihre Problemlösekompetenzen gestärkt werden. Darüber hinaus trägt LdE zu einem tieferen Verständnis der Lerninhalte bei. Diese Transformation geht weit über oberflächliche Anpassungen hinaus.
Service Learning verkörpert das Konzept des „Deeper Learning“ vollständig. Statt isoliertem Faktenwissen entsteht ein verbundenes Bildungserlebnis, bei dem Schüler:innen lernen, ihr Wissen in lebenswirklichen Kontexten anzuwenden. Folglich verstehen sie, was Engagement heißt – nicht als theoretisches Konzept, sondern als gelebte Praxis.
Die Lernkultur verändert sich dabei in mehreren Dimensionen:
- Die Lehrkraft wird zur Lernbegleitung, die Reflexionsprozesse moderiert
- Schüler:innen übernehmen Verantwortung für ihren Lernprozess
- Die Schule öffnet sich zum Umfeld und entwickelt Kooperationen
- Demokratische Werte werden praktisch erfahrbar
Besonders bemerkenswert: LdE gilt als Pädagogik des digitalen Zeitalters, weil sie jene Kompetenzen fördert, die in einer komplexen, schnelllebigen Welt unverzichtbar sind. Während traditioneller Unterricht oft zu langsam auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert, ermöglicht Service Learning das Erproben neuer Lösungen für aktuelle Herausforderungen.
Schulen, die diesen Ansatz umsetzen, berichten von positiven Effekten auf das gesamte Schulklima. Zudem werden Lehrkräfte zufriedener mit ihrer Arbeit, haben mehr Freude am Unterrichten und entwickeln eine höhere Sensibilität für die Bedürfnisse ihrer Schüler:innen.
Für den Start ist es hilfreich, Unterstützung zu nutzen. Wir vom oskar | lernen durch engagement kompetenzzentrum bieten umfangreiche Materialien zur Arbeit mit Schüler:innen sowie zur Planung eigener Projekte – ein wertvoller Partner auf dem Weg zur Transformation der Lernkultur durch Engagement.
Erfolgreiche Beispiele aus der Schulpraxis

Image Source: mateneen
Deutschlandweit setzen zahlreiche Schulen spannende Projekte um, die zeigen, wie vielfältig Lernen durch Engagement in der Praxis aussehen kann.
Ein hervorragendes Beispiel ist das prämierte Projekt „Fridays for Facts“ des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums in Bamberg. Sechstklässler:innen lernen hier in Mathematik und Biologie die Ursachen des Klimawandels kennen, beschäftigen sich in Informatik mit digitalen Tools und geben ihr Wissen anschließend durch selbsterstellte Erklärvideos an Grund- und Mittelschüler:innen weiter [6]. Sie reflektieren dabei ihr ökologisches Handeln und erarbeiten klimafreundliche Alternativen.
Darüber hinaus zeigt das Projekt „Gegen SchwarzWeiß. Denken.“ der Heinrich-Heine-Schule in Büdelsdorf, was engagieren konkret bedeutet. Schüler:innen der 11. Klasse setzen sich in Wirtschaft und Politik mit Rassismus, Vorurteilen und antidemokratischen Haltungen auseinander und engagieren sich durch verschiedene Aktivitäten wie Podiumsdiskussionen, Präventionsworkshops und einen Flashmob für eine tolerante Gesellschaft [7].
Bemerkenswert ist außerdem das Projekt „Ein Handyführerschein für Senior:innen“, bei dem Jugendliche älteren Menschen den Umgang mit Smartphones beibringen [8]. Dies illustriert, wie generationsübergreifendes Lernen funktioniert und zeigt, dass Engagement keine Altersgrenzen kennt.
Für jüngere Kinder eignet sich beispielsweise das Projekt „Umwelt-Ninjas“, bei dem Drittklässler:innen fächerübergreifend das Thema Müll behandeln und selbst für den Naturschutz aktiv werden [7].
In der Schiller-Schule Münsingen beschäftigen sich Achtklässler:innen mit Solidarität und sozialer Verantwortung und engagieren sich an verschiedenen Orten:
- Im Weltladen
- Bei der Tafel
- In Seniorenheimen
- Bei der Diakonie [6]
Tatsächlich gibt es bundesweit über 1.000 Schulen, die am Programm „sozialgenial“ teilnehmen – dem teilnehmerstärksten Service-Learning-Programm Deutschlands. Seit 2024 können alle Schulen der Sekundarstufen I und II bundesweit mitmachen [9]. Die Projekte zeigen: Lernen durch Engagement ist für alle Schulformen geeignet und verbindet fachliches Lernen nachhaltig mit gesellschaftlicher Verantwortung.
Schlussfolgerung: Unterstützung durch das oskar | lernen durch engagement kompetenzzentrum
Zusammenfassend zeigt sich Lernen durch Engagement als wegweisender Ansatz für moderne Bildung. Diese Lernform verbindet nicht nur theoretisches Wissen mit praktischem Handeln, sondern bereitet Schüler:innen optimal auf die Herausforderungen des digitalen Zeitalters vor.
Tatsächlich entwickeln die Lernenden durch Service Learning genau jene Kompetenzen, die unsere sich schnell wandelnde Gesellschaft benötigt: kritisches Denken, Problemlösungsfähigkeit und soziales Engagement. Darüber hinaus profitieren Schulen von einer positiven Transformation ihrer Lernkultur und einer stärkeren Verbindung zur lokalen Gemeinschaft.
Schließlich liegt es an jeder Schule selbst, diesen zukunftsweisenden Schritt zu wagen. Wir von oskar stehen Ihnen dabei als kompetente Partnerin zur Seite und unterstützen Sie bei der erfolgreichen Implementierung von Service Learning-Projekten.
Sie möchten mehr wissen? Dann nehmen Sie jetzt an unserem Digital Coffee Talk am 8.April 2025 teil!
Referenzen
[1] – https://deutsches-schulportal.de/schule-im-umfeld/service-learning-vom-einsatz-fuer-andere-lernen/
[2] – https://www.aktive-buergerschaft.de/kommentar-demokratiebildung-was-service-learning-leistet/
[3] – https://www.bpb.de/themen/bildung/dossier-bildung/191377/servicelearning-lernen-durch-engagement/
[4] – https://www.servicelearning.de/lernen-durch-engagement/was-ist-sevice-learning-lernen-durch-engagement
[5] – https://www.servicelearning.de/persoenlichkeitsbildung
[6] – https://www.servicelearning.de/praxis/schulpreis-lernen-durch-engagement
[7] – https://www.servicelearning.de/praxis/lde-schulbeispiele-aus-dem-netzwerk
[8] – https://www.servicelearning.de/
[9] – https://www.aktive-buergerschaft.de/service-learning/service-learning-mit-sozialgenial/
Das oskar | lernen durch engagement kompetenzzentrum ist ein Projekt der Lichtenberger Freiwilligenagentur und seit 2021 durch die Stiftung Lernen durch Engagement als Kompetenzzentrum anerkannt.
Als LdE Kompetenzzentrum fördert die Freiwilligenagentur damit die Initiierung und Implementierung von Lernen durch Engagement an Lichtenberger Schulen. Auf diese Weise werden jungen Menschen Zugänge zu freiwilligem Engagement eröffnet.