„Wasser, Wellen, Wind und Mee(h)r“ – das klingt nach Urlaub, Strand und Entspannung. Genau das richtige für einen Juli-Abend kurz nach überstandener Hitzewelle. Das dachten sich wahrscheinlich auch die etwa 100 Besucher:innen, die im Laufe des Abends die Vernissage zur gleichnamigen Ausstellung in der oskar | galerie besuchten.
Kreidefelsen, Leuchttürme und Segelboote
Mehr als 40 Aquarelle und Acrylgemälde der Lichtenberger Künstlerin Ulrike Drobniewski sind dort an den Wänden der oskar | freiwilligenagentur kunstvoll verteilt. Die zahlreichen Blautöne und Lichtnuancen schaffen eine besondere Atmosphäre und ziehen die Gäste gleich beim Betreten des Raumes in ihren Bann.

Da sind die berühmten Kreidefelsen auf Rügen, ein Leuchtturm in der Gischt, und Segelboote am Horizont. Darunter mischen sich abstraktere Werke, die eine Landschaft nur erahnen lassen oder die Interpretation allein der Fantasie überlassen. Doch der Großteil zeigt eindeutig maritime Motive. Wiederkehrend sind vor allem die Kreidefelsen und kleine Gruppen von Spaziergängern mit Hunden.
Sinnbilder für Ruhe und Bewegung
In ihrer Eröffnungsrede erzählt Ulrike Drobniewski, wie sie 2009 im Urlaub auf Rügen zufällig einen Malkurs entdeckt und mitgemacht hat. Sie war sofort begeistert und in den folgenden Jahren wurde die Malerei ein wichtiger Ausgleich zu ihrem anstrengenden Beruf als Ärztin. Inzwischen ist sie in Rente und kann sich dem Hobby ausführlicher widmen. Seit 2013 hat sie sich einer Malgruppe angeschlossen und lernt immer weiter dazu.
Ich kann nur malen, was ich tief im Herzen habe.
Ulrike Drobniewski
Durch das Experimentieren mit unterschiedlichen Materialien wie Aquarell- und Acrylfarben, Sand und sogar echter Rügener Kreide entstehen Werke mit lebendiger Oberfläche und natürlicher Tiefe. Die Motive kommen tief aus ihrem Herzen, sagt Ulrike. Im Zentrum stehen Wasser, Meer und Küstenlandschaften – Sinnbilder für Ruhe, Bewegung und die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur.



Das Meer braucht uns nicht
Ulrike Drobniewski geht es aber nicht allein um landschaftliche Schönheit. Ihre Werke sollen zugleich auf die Verantwortung des Menschen gegenüber der Natur aufmerksam machen. Der respektvolle Umgang mit Umwelt, Wasser und natürlichen Ressourcen ist ein wiederkehrender Gedanke ihrer künstlerischen Arbeit. Besonders deutlich wird das an dem auffälligen Gemälde „Wir brauchen das Meer, doch das Meer braucht uns nicht“. Unter der gemalten Wasseroberfläche stechen Plastikmüll und Netze ins Auge, die sich um Fische und Muscheln legen. Der Müll ist echt und auf die Leinwand aufgeklebt. Am Bildrand hängt ein Wecker. Er zeigt 5 nach 12.
Wasser, Wellen, Wind und Mee(h)r in Lichtenberg
Wie wäre es, wenn wir diesen Sommer alle etwas Müll vom Strand mitnehmen und entsorgen. Sei es an der Ostsee, der Adria oder am Havel-Strand.
Und wer den Sommer in Berlin verbringt, sollte unbedingt in der oskar | galerie vorbeischauen. Die Ausstellung „Wasser, Wellen, Wind und Mee(h)r“ läuft noch bis zum 28. August 2026 und kann zu den Öffnungszeiten der oskar | freiwilligenagentur lichtenberg besucht werden.


Dieser Beitrag entstand in der Redaktion Zeigen, was geht!
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